OpenAI baut Team und Büro in Brasilien auf und expandiert im drittgrößten ChatGPT-Markt
OpenAI nimmt den Geschäftsbetrieb in Brasilien offiziell auf und baut die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Entwicklern, Bildungseinrichtungen und lokalen Behörden aus.
OpenAI erweitert seine Präsenz in Brasilien mit einem Team und einem Büro in São Paulo. Damit reagiert das Unternehmen auf die wachsende KI-Nutzung im Land und will Partnerschaften mit Entwicklern, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und verschiedenen Communitys aufbauen.
Nach Angaben des Unternehmens ist Brasilien weltweit der drittgrößte Markt für ChatGPT. Nutzer im Land senden täglich rund 215 Millionen Nachrichten über den Dienst, und die Nutzerzahl hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Gemessen an der Zahl der Entwickler, die die OpenAI API zur Einbindung der Unternehmensmodelle in Apps und andere Systeme verwenden, liegt Brasilien zudem weltweit auf Platz zwei. Die Zahl der ChatGPT Enterprise-Lizenzen für Unternehmen verfünffachte sich im selben Zeitraum.
Diese Nutzungszahlen stammen jedoch von OpenAI selbst. Unabhängige Daten zur Überprüfung der internen Unternehmensangaben liegen bislang nicht vor.
Im Bildungsbereich arbeitet OpenAI mit ITA zusammen, um Konten für ChatGPT Edu, die Version für Bildungseinrichtungen, sowie Guthaben für erweiterte Werkzeuge bereitzustellen. Außerdem betreibt das Unternehmen gemeinsam mit Enter ein Schulungsprogramm und hat eine Absichtserklärung mit Prodam, dem Technologieunternehmen der Stadt São Paulo, unterzeichnet.
In der Forschung hat OpenAI ein gemeinsames Projekt mit IMPA gestartet. Es soll untersuchen, wie KI Forschung nachhaltig und zuverlässig beschleunigen kann. Die Kooperation zeigt, dass die Expansion nicht nur auf den Verkauf von Unternehmensdiensten zielt, sondern auch die Qualifizierung von Fachkräften und die Erprobung von KI in der Wissenschaft umfasst.
OpenAI verweist zudem auf eine Studie von RegLab, laut der KI das brasilianische Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um bis zu 986,7 Milliarden Real steigern könnte. Dabei handelt es sich um eine Modellschätzung und nicht um bereits geschaffenen wirtschaftlichen Wert. Da die Studie von OpenAI finanziert wurde, sollten auch ihre Einschränkungen und Annahmen berücksichtigt werden.
Brasilien zeigt beispielhaft, wie KI-Anbieter außerhalb der USA zugleich in Büros, Bildung, Forschung und den öffentlichen Sektor investieren. Für Thailand deutet dies darauf hin, dass die Größe der Nutzerbasis und der Entwickler-Community beeinflussen kann, wo Unternehmen lokale Teams aufbauen und Partnerschaften eingehen.