KI-Rechenzentren treiben Strompreise in den USA in die Höhe – Karte zeigt die am stärksten betroffenen Regionen
Die Stromauktion von PJM belastet die Bürger mit 6,3 Milliarden Dollar in drei Jahren – Rechenzentren gelten als Hauptursache, doch die Daten werden von mancher Seite bestritten
Die Strompreise für Haushalte in den USA steigen, und einer der Hauptgründe sind Rechenzentren, die KI-Workloads bewältigen und enorme Mengen Strom verbrauchen. Ein Artikel von Gadget Review, der derzeit auf Hacker News diskutiert wird, zeigt anhand einer Karte, welche Bundesstaaten am stärksten betroffen sind.
Die am häufigsten zitierten Zahlen stammen von PJM Interconnection, dem größten Netzbetreiber der USA, der 13 östliche Bundesstaaten sowie Washington, D.C. abdeckt. Die jüngste Auktion für Stromerzeugungskapazitäten wird die Verbraucher innerhalb von drei Jahren mit rund 6,3 Milliarden Dollar zusätzlich belasten – Hauptursache ist der Strombedarf der Rechenzentren. Diese Angaben wurden von Fast Company bestätigt, das sich direkt auf einen Bericht von PJM beruft.
Bloomberg wiederum berichtet, dass die Großhandelsstrompreise in der Nähe von Rechenzentren im Vergleich zu vor fünf Jahren um bis zu 267 % gestiegen sind – Kosten, die an die allgemeinen Verbraucher weitergegeben werden. Consumer Reports gibt an, dass die Strompreise für Privathaushalte in den gesamten USA im Jahr 2025 um 7,1 % gestiegen sind, doppelt so stark wie die Inflationsrate; in einigen Bundesstaaten betrug der Anstieg über 20 %. KI-Rechenzentren sind dabei nicht der einzige Faktor, aber ein wesentlicher.
Am stärksten betroffen ist Virginia: Northern Virginia, auch bekannt als „Data Center Alley“, beherbergt eine der dichtesten Rechenzentrums-Konzentrationen der Welt und ist ein wichtiger globaler Internet-Knotenpunkt.
Allerdings ist diese Sichtweise nicht unumstritten. Das Institute for Energy Research (IER) wendet in einem Bericht ein, dass die neuesten Daten der Energy Information Administration (EIA) zu Preisen und Stromabsatz „der Erklärung widersprechen, dass Rechenzentren die Strompreise treiben“. Das Thema bleibt also sowohl bei den Zahlen als auch bei der Interpretation umstritten – Leser sollten beide Seiten zur Kenntnis nehmen.
Es ist ein Zeichen dafür, dass die wahren Kosten des KI-Zeitalters nicht bei den Serverkosten enden, sondern die Stromrechnungen der Allgemeinbevölkerung belasten. Auch Thailand zieht zunehmend Investitionen in Rechenzentren an – die Frage nach Netzinfrastruktur und der Verteilung der Kosten zwischen Investoren und Bürgern ist daher eine Lehre, die man im Auge behalten sollte.