US-Gericht verpflichtet Google, Play Store binnen einer Woche so anzupassen, dass Konkurrenz-Appstores leichter installiert werden können
Ein US-Richter hat Google angewiesen, den Google Play Store innerhalb einer Woche zu überarbeiten, nachdem festgestellt wurde, dass das Unternehmen gezielt Hürden aufgebaut hat, um Nutzer an der Suche und Installation konkurrierender Appstores zu hindern
Richter James Donato vom US-Bezirksgericht hat Google angewiesen, den Google Play Store so zu verbessern, dass Nutzer Appstores von Drittanbietern wie Aptoide genauso einfach und unkompliziert finden und herunterladen können wie gewöhnliche Apps. Die Frist dafür beträgt lediglich eine Woche.
Die Anordnung ist eine Folge des Kartellverfahrens, das Epic Games gegen Google angestrengt hatte. Im Rahmen der Ermittlungen wurden drei eindeutige Verhaltensweisen festgestellt, die als wettbewerbswidrige Hürden (Anticompetitive Friction) gelten: Erstens zeigten Suchanfragen nach Begriffen wie „store for apps“ oder ähnlichen Begriffen keine konkurrierenden Appstores direkt an, sondern leiteten stattdessen zu allgemeinen Einzelhandelsgeschäften weiter. Zweitens zeigte Google eine Schaltfläche „Ansehen“ statt „Installieren“ an, sodass Nutzer für die Installation mehrere Bildschirme durchklicken mussten. Drittens wurden Banner und Pop-up-Warnhinweise eingeblendet, die technisch nicht notwendig waren.
Die von Google laut Gerichtsbeschluss vorzunehmenden Änderungen sind daher klar definiert: Die Schaltfläche muss zu „Installieren“ geändert werden, damit Nutzer direkt installieren können; die Suchergebnisse müssen alternative Appstores entsprechend der Absicht des Suchenden korrekt anzeigen; und die die Installation behindernden Warnfenster und Banner müssen entfernt werden.
Der Fall spiegelt einen großen Trend wider: Aufsichtsbehörden und Gerichte weltweit beobachten zunehmend das Verhalten großer Plattformen, die ihren Vorteil als Betreiber des Betriebssystems nutzen, um Wettbewerber indirekt zu behindern – durch scheinbar kleine Designentscheidungen bei Nutzungsabläufen, die jedoch enorme Auswirkungen auf die Geschäftschancen der Konkurrenz haben.
Android-Nutzer, darunter auch viele in Thailand, könnten künftig bequemere Alternativen zum Herunterladen von Apps außerhalb des Play Store erhalten. Zudem ist dies ein wichtiges Signal, dass das Ausnutzen von Wettbewerbsvorteilen durch das Systemdesign großer Plattformen nun von der Justiz ernsthaft geahndet wird.