Entwickler nutzt KI für 'Thrust' (1986) Neuauflage – scheitert, entdeckt aber Nutzen bei der Analyse von Legacy-Code
Der Versuch, den Spieleklassiker 'Thrust' von einer KI neu schreiben zu lassen, misslang. Die KI erwies sich jedoch als hervorragendes Werkzeug für die 'Software-Archäologie', um komplexen Original-Code zu entschlüsseln.
Softwareentwickler James Randall berichtete über sein Experiment, die neueste KI, Claude, zu nutzen, um den Spieleklassiker 'Thrust' von 1986 als Browser-Version neu zu erstellen. Die anfänglichen Ergebnisse waren jedoch enttäuschend. Randall stellte fest, dass die KI unbrauchbaren Code generierte, und kam innerhalb der ersten 5 Minuten schnell zu dem Schluss: „Die KI kann mir kein Thrust-Spiel erstellen.“
Anstatt jedoch aufzugeben, änderte Randall seinen Ansatz von 'Erstellen' zu 'Analysieren'. Er speiste den von Kieran Connell disassemblierten (in eine menschenlesbare Sprache umgewandelten) Original-Quellcode des Spiels in Claude ein. Die KI sollte die komplexe Funktionsweise des 6502-Assembly-Codes (Assemblersprache für den 6502-Chip), der in den damaligen Computern verwendet wurde, erklären.
Es stellte sich heraus, dass die KI diese Aufgabe hervorragend meisterte. Sie konnte verschiedene Komponenten des Spiels detailliert erklären und differenzieren – von der Physik-Engine und der Schiffssteuerung bis hin zu spezifischen damaligen Programmiertechniken wie der Festkommaarithmetik und dem Umgang mit Hardware-Beschränkungen. Randall schloss, dass der wahre Wert der KI nicht in der Neuerstellung des Spiels liegt, sondern als Werkzeug, um den über 30 Jahre alten Original-Code 'tiefgehend' zu verstehen.
Das Originalspiel Thrust wurde von Jeremy C. Smith für den BBC Micro-Computer entwickelt und galt als eines der Spiele mit der erstaunlichsten Physik seiner Zeit. Traurigerweise verstarb Smith 1992 bei einem Unfall. Dieses Experiment dient somit als Hommage an die Arbeit vergangener Programmierer, indem moderne Technologie genutzt wird, um ihre Werke zu verstehen und zu ehren.
Diese Geschichte verdeutlicht die Grenzen und das wahre Potenzial der heutigen KI. Obwohl sie komplexe Aufgaben aus vagen Anweisungen noch nicht gut kreativ umsetzen kann, erweist sie sich als äußerst mächtiges Werkzeug zur Analyse und zum Verständnis von Legacy-Code.