Anthropic enthüllt Claude-Wasserzeichen: Statistische Wortmuster statt versteckter Zeichen, aber schwerer zu löschen als gedacht
Anthropic erklärt den Mechanismus hinter den von Claude generierten Wasserzeichen und bestätigt den Einsatz statistischer Techniken nach dem SynthID-Text-Standard. Es sind keine Sonderzeichen enthalten, und das Wasserzeichen bleibt selbst beim Kopieren und Einfügen erhalten.
Nachdem Anthropic angekündigt hatte, in von KI generierten Texten und Dateien Wasserzeichen zu implementieren, um den Vorgaben des EU AI Act zu entsprechen, gab es sofort heftige Kritik, da diese Maßnahme weltweite Nutzer und nicht nur die in der EU betrifft. Gleichzeitig bezweifelten viele, dass ein solches Wasserzeichen schwer zu entfernen sei.
Kürzlich hat Anthropic im Help Center nähere Details genannt: Das Unternehmen setzt auf statistische Wasserzeichen (Statistical Watermarking). Dabei wird die Wahrscheinlichkeit der Wortauswahl (Tokens) während der Texterstellung durch das Modell so angepasst, dass ein erkennbares statistisches Muster entsteht, der Text aber völlig normal lesbar bleibt. Das Unternehmen betonte ausdrücklich, dass keine versteckten Sonderzeichen oder Unicode-Symbole eingefügt werden.
Als Standard kommt SynthID-Text zum Einsatz, entwickelt von Google DeepMind. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass das Wasserzeichen „am Text haftet“, selbst wenn Nutzer Inhalte kopieren und woanders einfügen (Copy-Paste). Die Erkennbarkeit kann jedoch sinken oder ganz verschwinden, wenn der Text stark bearbeitet oder paraphrasiert wird (Heavy Editing/Paraphrasing).
Hintergrund ist die Einhaltung von Artikel 50 des EU AI Act zur Transparenz von KI-generierten Inhalten. Anthropic wird diesen Standard ab dem 2. August 2026 für neu veröffentlichte Modelle weltweit anwenden. Internationale Medien wie Engadget und Forbes berichteten übereinstimmend, dass Anthropic stattdessen auf statistische Methoden statt auf Metadaten oder versteckte Zeichen setzt.
Auch Nutzer in Thailand sind direkt betroffen, da die Maßnahme weltweit gilt, obwohl Thailand nicht im Geltungsbereich der EU-Gesetze liegt. Von KI erstellte Texte könnten künftig rückwirkend als KI-generiert identifiziert werden, was insbesondere für Transparenz, akademische Arbeiten und die kommerzielle Nutzung von Inhalten relevant ist.